Das Elend der Sozialdemokratie

Zum Leitartikel Armin Thurnhers im “Falter” 43/18:

Armin Thurnher bleibt in seiner Analyse – mitsamt Polanyis völlig überholter Frage “wie machen wir den Markt sozial?” – gleich am Eingang stecken. Der “Elefant im Raum” verstellt ihm die Sicht. Der Kampf der letzten 250 Jahre ist längst entschieden. Das “Kapital” hat die “Arbeit” besiegt. Seit 1989. Fakt. Unwiderruflich. Die “Rechte” hat gewonnen. Die Sozialdemokratie ist tot. Mausetot. This parrot is dead.

Seither scheint beinahe jeder Mensch des Nordens mit letzten Kräften einer “Arbeit “ nachzurennen, die es schon längst nicht mehr gibt (und die dadurch, vor allem, kein Kapital einbringt). Als wäre das nicht schon bedrückend genug, verstellt uns die andauernde Konzentration auf diesen bereits entschiedenen kurzfristigen Kampf die Möglichkeit, den langfristig viel wichtigeren Kampf zu gewinnen: Den Kampf zwischen analoger natürlicher (göttlicher) Intelligenz und digitaler künstlicher (menschlicher) AI. Denn das “Kapital” hat sich längst entschieden, worin es investiert: In die Digitalisierung.

Die Chancen von uns analogen (göttlichen) Menschen, diesen entscheidenden Kampf gegen unsere digitalen (menschlichen) Computer zu gewinnen, stehen somit denkbar schlecht. Denn in dieser Form produzieren wir Menschen nichts als Kohlendioxid und Kot, während unsere Computer völlig sauber stets neuen Mehrwert produzieren. Dafür konsumieren wir Menschen immer mehr und mehr, während unsere Computer fast gar nichts mehr brauchen. Damit schaufeln wir Menschen uns ununterbrochen unser eigenes Grab. Der moderne Uber besiegt die verstaubte Taxi-Innung, der schnelle Amazon den langsamen Buchhändler, der große billa-online den kleinen Greissler ums Eck und der virtuelle Sebastian Kurz den realen Christian Kern. Google weiß alles, wir Menschen bald nichts.

Damit komme ich in die kurzfristigen Dimensionen zurück, die uns hier anscheinend bewegen, auf die nächsten 250 Jahre:

“Links” oder “Rechts”? Es ist völlig egal. Ein Schattenboxen gegen Windmühlen für nützliche Idioten (Austriaca wie Robert Misik und Michael Jeannée). Es geht um ganz etwas anderes:

Pamela Rendi-Wagner oder Alice Weidel? Beate Meinl-Reisinger oder Beatrix von Storch? Das ist der eigentliche Kampf der nächsten 250 Jahre, in den ich meine Hoffnung setze: Vielfalt oder Einfalt? Fröhlichkeit oder Verbitterung? Heiterkeit oder Hass? Denn lachen können Siri und Alexa nicht.

Und so sind wir wieder am Anfang angelangt. Es ist eine Elefantenkuh, lieber Armin Thurnher. Gehen wir ihr aus der Sonne! Danke, Matthias Strolz, danke Christian Kern!

Liebe Grüße

PW

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