Die österreichische und die türkische Mentalität

Am Mittwoch Abend war ich wieder einmal mit ein paar türkischen Freunden unterwegs. Champions League. Viertelfinale. Galatasaray. Im Bernabeu. Traurige Geschichte. Dennoch schön.

Wir saßen in einem großen türkischen Lokal, das bei den Wiener Einheimischen dennoch fast unbekannt ist, gemeinsam mit mehreren hundert Anderen, in einem Hinterzimmer. Eine Fußballübertragung im Kreise von Wiener Türken ist ohnehin etwas völlig Anderes als unter Wiener Einheimischen. Aber als ich nach dem Spiel von der Toilette zurückging, da kam ich an einem Tisch vorbei, wo zwei junge Männer aßen, irgendeine gemischte Platte. In der Mitte stand, wie immer, ein Brotkorb. Und ich fragte im Vorbeigehen: “Kann ich ein Stück Brot haben?” “Ja, klar, Mann! Nimm Dir!”

“Ja, klar, Mann! Nimm Dir!” Jeder einheimische Wiener hätte den Kellner geholt, um sich zu beschweren – und dieser irgendwann die Polizei. Auch wenn ich inzwischen auch einige ziemliche türkische Arschlöcher kennengelernt habe, so beschreibt diese kurze Szene doch den entscheidenden Unterschied:

“Ja, klar, Mann! Nimm Dir!” Tesekür Ederim!

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