Die Hoffnung stirbt zuletzt

Nach einem Wochenende, an dem der deutsche Bundespräsident Christian Wulff zurückgetreten ist und Joachim Gauck im Blitztempo als sein Nachfolger nominiert wurde, nach einem Wochenende, an dem Griechenland zum wiederholten Male direkt vor dem wirtschaftlichen Abgrund steht, versuche ich, mir selbst Mut zuzusprechen. Nachdem ich mir gestern den „Schädel der Angst“ aus meinem Innersten herausgewürgt hatte, habe ich heute das Gegenbild dazu gemalt: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“.

Interessanterweise fühle ich mich in den Abgründen der Seele mehr geborgen als in den Höhen, daher bedrückt mich das heutige Bild mehr als das gestrige. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ tut mir weniger gut als der „Schädel der Angst“. Ein optimistisches Bild stimmt mich pessimistisch, während mich ein schreckliches befriedigt. Daher fürchte ich mich auch vor dem Vollmond, weil mit ihm der unausweichliche Abstieg verbunden ist. Nach dem Orgasmus ist alles vorbei.

Dennoch: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Alles wird gut. Hoffentlich…

Die Hoffnung stirbt zuletzt
(Acryl auf Leinwand, 60x80cm, 20.02.2012)

die hoffnung stirbt zuletzt

die hoffnung stirbt zuletzt

7 Kommentare zu „Die Hoffnung stirbt zuletzt

  1. Manchmal wird das Wissen um eine Ende zu mächtig.
    Der Gedanke an das Ende von etwas Schönem.
    Ist es das, was uns lähmen kann, zu wissen dass alles Schöne endet? Ja, aber doch zum großen Teil, weil uns klar ist, wieviel Mühe es uns gekostet hat, es überhaupt erst zu wagen. Wir sehen uns nicht überfordert mit dem Ende von etwas, wir haben nur Angst mit dem Schönen immer wieder neu anzufangen, aber dadurch wird es erst lebendig.

  2. Und wenn eine Freude nur ein Cliffhanger ist, dann ist das Schlimme noch nicht in seiner Tiefe überwunden, oder aber das Schöne nicht so pur, wie es sein könnte.

  3. sehr interessant, dein Bild die Hoffnung stirbt zuletzt, maltest du auf meinem Geburtstag und was ich für mich daran so sehr interessant finde ist, dass ich bei meiner Geburt an diesem Datum, ein paar Jahre zuvor halt 😉 sofort von meiner Mutter (Semmelweisklinik)getrennt wurde und in einer Kinderklinik in den Brutkasten gelegt wurde. Die Trennung zu meiner Mutter ist immer noch aktiv seit 38 Jahren, nicht weil ich es so möchte, sondern weil es so ist. Dann kommst du an mit deinen Bild, grins,…….. ja die Hoffnung stirbt zuletzt und ich versteh die Angst dahinter sehr gut.
    Lg Tabitha

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