Coronavirus: Das Unvorstellbare

Die Corona-Pandemie stellt uns vor bisher unvorstellbare Probleme. Wir alle haben uns bisher unvorstellbaren Einschränkungen zu unterwerfen.

Warum?

Das Coronavirus sprengt die menschliche Vorstellungskraft. Das Coronavirus vermehrt sich exponentiell. Das ist für uns Menschen nicht nachvollziehbar. Wir Menschen vermehren uns linear. Daher ist auch unsere Vorstellung linear. Alle unsere Lösungen sind linear. Und daher hat das Virus mit uns Menschen leichtes Spiel.

Hier die unvorstellbare Graphik der Über(!)sterblichkeit in Österreich im letzten Jahr:

Das Virus vermehrt sich nicht nur explosionsartig, es tötet uns auch explosionsartig. Anfang November haben wir die Notbremse gezogen und sind in “Lockdown” gegangen. Unter Aufbringung ALLER UNSERER KRÄFTE haben wir das Virus vorläufig zurückgeschlagen und seine Mordlust an uns Menschen eingedämmt.

Wir haben es mit einem Feind zu tun, der uns an unserer schwächsten Seite erwischt: An unserer Vorstellungskraft. Wir können uns bis heute nicht vorstellen, was da gerade geschieht. Wir erkennen nur die Ohnmacht, der wir plötzlich ausgeliefert sind. Und das macht uns panische Angst und versetzt uns in blinde Wut.

Wir haben es mit einem Feind zu tun, den wir nicht begreifen. Wir haben nur eine Chance: Das Virus ist dumm, dümmer als wir. Das Virus fühlt nicht, das Virus denkt nicht. Das Virus vermehrt sich blind und wahllos. Und es tötet uns blind und wahllos.

Wir Menschen dagegen fühlen und denken. Im Fühlen scheint uns das Virus gerade zu besiegen: Wir fühlen Ohnmacht, Angst, Schmerz und Wut. Plötzlich werden wir zu lieblosen, egoistischen Wesen und gehen Rattenfängern auf den Leim. Das Virus scheint uns zu besiegen, uns gegeneinander aufzubringen. Jetzt endlich kämpfen wir Menschen auch gegeneinander. Das Virus scheint gewonnen zu haben. Wir Menschen bekämpfen uns endlich selbst.

Halten wir kurz inne und denken wir kurz nach: Wir kennen den “exponentiellen” explosionsartigen Charakter des Virus bereits. Wir kennen die Eigenschaften des Virus bereits von einem anderen “Freund”. Wir kennen die Exponentialfunktion bereits vom “Geld”. Auch das Geld vermehrt sich explosionsartig, “exponentiell”.

Hier die Graphik des Dow-Jones-Industrial-Index der New Yorker Börse:

Hier sehen wir die Entwicklung des Dow-Jones seit dem Jahr 1900. Der Wert der New Yorker Aktien vermehrt sich ebenfalls explosionsartig, “exponentiell”. Die Reichen werden immer reicher, die Armen bleiben arm – und werden dadurch immer ärmer. Das explosionsartige Wachstum des Aktienwertes wurde zu unseren Lebzeiten nur zweimal gestoppt: Nach Nine-Eleven 2001 und während der Finanzkrise ab 2008. Kurz danach ging alles wieder seinen gewohnten Gang.

Das Virus vermehrt sich GANZ GENAU SO wie das Geld. Beides sprengt unsere Vorstellungskraft. Wir alle spüren dabei nur völlige Ohnmacht, panische Angst, tiefen Schmerz und blinde Wut. Wie wollen wir Menschen damit umgehen?

Unsere gemeinsame Antwort darauf entscheidet über unser aller Zukunft.

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