“auf falsche themen gesetzt”

über das interview mit sigmar gabriel im “kurier” vom 25.11.2018:

der ehemalige vorsitzende der spd, sigmar gabriel, vereint in diesem interview das beste, was man sich als leser wünscht: herz UND hirn. das ist selten geworden in der politik, ganz besonders unter männern.

das gesamte interview ist eine wohltat, jeder gedanke darin ein genuss. bis auf einen:

als der interviewer anderas schwarz meint:

“Dieses Leben ist in weiten Kreisen erreicht, jetzt fürchten viele, es wieder zu verlieren – da kommen die Populisten …”

da unterbricht ihn sigmar gabriel mit:

“So ist es. Ich mache es noch einmal an der Digitalisierung fest: Man kann Angst haben und sich ihr nicht widmen. Oder man kann den Verteilungskampf aufnehmen: Was passiert mit den Effizienz- und Produktivitätsgewinnen der Digitalisierung? Das konservative Angebot lautet: Wir haben nicht mehr so viel Arbeit, also machen wir ein bedingungsloses Grundeinkommen für die, die keine Arbeit finden, stellen sie ruhig, und der Rest arbeitet. Das ist eine schreckliche Vorstellung.”

(zitat ende)

in dieser antwort siegt sigmar gabriels herz über sein hirn. sigmar gabriel ist, wie alle sozialdemokraten, mit der vorstellung aufgewachsen, durch arbeit reich und erfolgreich werden zu können. dieser ansatz ist falsch, auch wenn er seit gründung der sozialistischen parteien milliarden von menschen aus der materiellen armut herausgeführt hat.

dabei war die national-sozialistische partei kein bedauerlicher betriebsunfall der geschichte, sondern der fürchterlichste beweis dafür, dass der parteiische sozialismus nicht funktionieren KANN. dementsprechend wurde der national-sozialismus auch von allen denkbaren gegnern des sozialismus besiegt, angefangen von britischen konservativen über russische kommunisten und amerikanische liberale bis hin zu französischen nationalisten – unter winston churchill, josef stalin, franklin d. roosevelt und charles de gaulle. alle auch nur denkbaren ideologien haben die nazis besiegt, nur nicht die sozial-demokraten. (“wer hat uns verraten…?”)

die auferstehung des parteiischen sozialismus nach 1945 als “realer sozialismus” hat danach im “mauerfall” am 9. november 1989 geendet – und auch da waren die sozialdemokraten nicht beteiligt, sondern wieder nur ihre gegner: britische konservative, amerikanische liberale und russische kommunisten – unter margaret thatcher, ronald reagan und michael gorbatschow. die bedingungslose kapitulation des “real-sozialismus” nennt man bis heute “2+4 vertrag”. es war, und das ist den anfangs widerstrebenden französischen international-sozialisten unter francois mitterand geschuldet, die geburtsstunde des euro.

sigmar gabriel entpuppt sich, wie alle sozialdemokraten, als das, was er ist: ein narr des kapitals. glaubte man zu zeiten von karl marx noch, das kapital wäre materiell, so glauben sozis bis heute, das kapital wäre real. der theoretische marx ist mit stalin in russland gescheitert, der praktische marx mit schröder in europa. das kapital ist weder materiell noch real. die „finanzkrise“ lässt grüßen. teufel aber auch…

arbeit hingegen ist materiell und real. was aber ist “arbeit”? was “arbeit” ist, ist völlig klar, das lernt inzwischen jeder mittelschüler: arbeit ist kraft mal weg, ganz einfach. wozu aber arbeiten WIR?

danke, herr gabriel!

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