Der Kulturkampf der Linken Liberalen 

Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus hatte der US-amerikanische Politikwissenschafter Francis Fukuyama im Jahr 1992 „Das Ende der Geschichte” postuliert. Der Liberalismus US-amerikanischer Prägung hatte gesiegt.

Der „linke” Demokrat Bill Clinton hatte die Wahl zum US-Präsidenten gewonnen und somit die 12-jährige Vorherrschaft der „rechten” Republikaner in den USA beendet. Seine darauf folgende 8-jährige Amtszeit ging als „Der unipolare Augenblick” in die Geschichte ein. Die USA waren als einzige Weltmacht unseres kleinen Planeten unumstritten. 

Das Problem dieser Entwicklung hatte Fukuyama bereits angedeutet: Die entsetzliche Langeweile, die mit diesem Zustand einhergeht. Der materiell zufriedene Mensch würde seine Herausforderung verlieren. An die Stelle der existenziellen Konflikte würden künstliche Kulturkämpfe treten, um das Bedürfnis nach Kampf zu befriedigen.

Ungefähr zur gleichen Zeit wie Fukuyama hatte die US-amerikanische Sozialwissenschafterin Judith Butler im Jahr 1990 ihr Meisterwerk geschrieben: “Gender Trouble”. Dieses Buch wurde im Jahr darauf als „Das Unbehagen der Geschlechter” ins Deutsche übersetzt. Butler legte darin dar, dass „Geschlecht” nicht etwas sei, was der Mensch „ist”, sondern, was er „tut“. „Geschlecht” ist nicht ein biologisches Faktum, sondern ein soziales Konstrukt.

Der gelangweilte Mensch hatte, zumindest in den USA und Westeuropa, endlich wieder ein Thema, über welches es sich ein Jahrzehnt lang trefflich streiten ließ. Dann kam Nine-Eleven, der Terroranschlag vom 9. September 2001.

Kurz zuvor war der Demokrat Bill Clinton vom Republikaner George W. Bush abgelöst worden. Dessen Amtszeit sollte sich politisch als das entpuppen, was im Jahrzehnt davor ideologisch vorbereitet worden war: “Anything goes.” Wenn selbst biologisch determinierte Fakten nichts anderes waren als willkürliche soziale Konstrukte, warum sollte dann die Politik diese Willkür nicht ebenfalls umsetzen können? 

Dementsprechend waren die 2000er Jahre von willkürlichen Kriegen geprägt, insbesondere gegen die muslimische Welt. Unter Barack Obama, dem demokratischen Nachfolger von George W. Bush, erreichten sie dann ihren Höhepunkt. Der Versuch des Exports der „Liberalen Demokratie” mittels Putsch und Bürgerkrieg sorgte im Umkreis Europas für chaotische Zustände, deren Auswirkungen wir bis heute spüren: Von Afghanistan über den Kaukasus und die Ukraine, über den Irak und Syrien bis nach Nordafrika: “Anything goes.” Welch ein Irrtum…

Bemerkenswert daran war, dass sich ausnahmslos alle der von den USA unterstützten „Rebellen” gegen die herrschenden Zustände schlussendlich gegen die „liberale Demokratie” selbst wenden sollten: Von den afghanischen Taliban, über den irakischen Islamischen Staat und die ukrainischen Banderistas, bis hin zur arabischen Al Qaida und der ägyptischen Muslim Bruderschaft. Überall ging es dem „Liberalen Westen” so wie dem „Zauberlehrling” von Johann Wolfgang von Goethe: Die Geister, die er rief, wurde er nicht mehr los.

Das Ergebnis dieses „liberalen” Kulturkampfs sehen wir heute vor uns. Die anfangs gutgemeinte „Freiheit von allen Zwängen” hat jedes gesunde Maß überschritten. Der grenzenlosen Willkür ist inzwischen Tür und Tor geöffnet. Wir haben im „Liberalen Westen” dutzende „Geschlechter”, Millionen von „Migranten” und hunderte Typen derselben „Produkte” in unseren Märkten. Die schier unendliche Wahlmöglichkeit bei jeder Entscheidung setzt jede gewachsene Ordung außer Kraft. Die Unverschämtheit der „unbegrenzten Freiheit” trifft dabei immer die Ärmsten und Schwächsten. Darüberhinaus war sie nur mit „Geld” aufrecht zu erhalten, was notwendigerweise überall zu „Korruption” führte.

Nun schlägt das Pendel zurück. Überall auf der Welt formiert sich Widerstand gegen das herrschende Chaos – im politischen wie im kulurellen Bereich. Immer mehr Menschen sehnen sich nach einer gewachsenen Ordnung zurück. Die Willkür des totalitären Liberalismus ist an sein Ende gekommen. Der Rückschlag wird ungemütlich werden.

peterwurm.wordpress.com

Leave a comment