Sehnsucht

Slupetzky saß an seiner alten Schreibmaschine und blickte durch sein Dachfenster in den regnerischen Morgen. Gerade war er aufgestanden und hatte langsam sein sonntägliches Tagwerk begonnen.

Im Hintergrund hörte er Schuberts Große C-Dur Symphonie und dachte an sie. Er würde sie an diesem Tag nicht sehen können. Das tat ihm leid. Er hatte Sehnsucht, er sehnte sich nach ihr.

Er wusste freilich, dass seine Sehnsucht eine Sucht war. Er war süchtig nach ihr. Er war hungrig nach der Liebe. Doch gerade, weil er das wusste, galt es, diese Sehnsucht auszuhalten. Sie war nicht da, um seinen Hunger zu stillen. Sie war da, um geliebt zu werden. Und das Eine schloss das Andere aus.

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