Hero der Woche

Nach den Herren Gusenbauer und Faymann hat nun auch ein weiteres Regierungsmitglied dem Herausgeber der Neuen Kronen Zeitung einen Brief geschrieben. Doch im Unterschied zu dem unsäglichen und unerträglichen Vorgehen der neuen SPÖ-Spitze schafft es Ursula Plassnik, diese Herausforderung mit Anstand, Selbstachtung, Wertschätzung und Respekt zu meistern. Während ich es bezüglich der SP-Führung mit Franz Vranitzky halte (“das ist vielleicht auch die Erklärung für die Doppelspitze, weil einem allein ein so kapitaler Missgriff gar nicht gelungen wäre.“), freue ich mich über die vielen positiven Reaktionen auf die Stellungnahme der Außenministerin. So natürlich auch im dieswöchigen Falter, der dafür endlich wieder einmal einen “Hero der Woche” vergibt.

Traurig finde ich nur, dass der Falter zwei Seiten später darüber als “verdienstvollen, aber strategisch zweifelhaften Mut zum Unpopulären” schreibt und wie jeder scheinbar realistische Beobachter solch eine Haltung als politisches Harakiri einstuft . Ich kann und will nicht glauben, dass der Mut zum aufrechten Gang strategisch zweifelhaft wäre und das Wahlvolk überfordert. Und so habe ich heute einen unrealistischen Wunsch:

Ich wünsche mir, dass die ÖVP unter ihrem Vorsitzenden am Montag die perpetuierte Paralyse dieser Regierung für beendet erklärt und mit Ursula Plassnik als Spitzenkandidatin in den Wahlkampf zieht. Und dann haben wir uns zu entscheiden: Kurzfristig taktisches populistisches Kalkül gegen langfristig strategische politische Überzeugungen. Ich weiss inzwischen, dass meine Vorlieben dem Mainstream meist krass widersprechen, doch wenn es nach mir geht, dann haben wir im Herbst Rot-Blau. In der Opposition.

Der Plassnik-Brief im Wortlaut

3 thoughts on “Hero der Woche

  1. Der Busek war sich ja auch nicht zu blöd, am Abend der gewonnenen Volksabstimmung zum EU-Beitritt im Festzelt der SPÖ mit erhobener Faust die “Internationale” mitzugröhlen. So sehr es mich fasziniert hat, so sehr haben ihm Auftritte wie dieser im Lande geschadet. Er war halt “zu gscheit” für die Politik, was man Herrn Gusenbauer ja auch nachzusagen pflegt(e). Dennoch, wie Misik schreibt, viel schwerer wiegt die emotionale und soziale Dummheit.

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