Alle spirituellen Traditionen unserer Welt kennen apokalyptische Endzeit-Szenarien. Die Juden erwarten den Messias, ihren Erlöser, bis zum Jahr 6000 nach Adam, das heißt, allerspätestens in den nächsten 200 Jahren. Die Christen erwarten die Parusie, die Wiederkunft Christi, ihres Erlösers, bereits seit seiner Himmelfahrt. Die Muslime erwarten die Wiederkunft des 12. Imam, ihres Mahdi, der den Messias, ihren Erlöser, begleitet. Und auch die Buddhisten hätten nichts dagegen, wenn der Buddha, ihr Erlöser, wieder einmal kurz aus dem Nirvana zurückkehrt.
Soweit zur Vorgeschichte, zur Religion. Nun zur Geschichte, zur Physik, zum Paradoxon des italienischen Physikers Enrico Fermi:
Unser Universum ist von einer schier unendlichen Größe. Angesichts dessen ist die Wahrscheinlichkeit für außerirdisches Leben unglaublich hoch. Doch, wo sind alle?
Es gibt offenbar einen großen Filter, der jede höhere Zivilisation daran hindert, ihr eigenes Planetensystem zu verlassen – sonst würden wir ja von anderen Zivilisationen bereits Kenntnis haben. Dieser tödliche Filter der Auslöschung kann durch Katastrophen (Globale Seuchen oder Meteoriteneinschläge), durch Technik (Künstliche Intelligenz oder Bioterrorismus) oder durch Selbstzerstörung (Atomkrieg oder Klimawandel) ausgelöst werden.
Es gibt nur zwei Möglichkeiten für diesen Filter: Entweder liegt dieser Filter in der Vergangenheit. Dann wäre unsere Zivilisation des Homo Sapiens Sapiens die erste und einzige, die diesen Filter bereits überwunden hat. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist eher gering. Das heißt im Umkehrschluss, dass dieser tödliche Filter der Auslöschung noch vor uns liegt.
„Lebe jeden Tag, als ob er Dein letzter wäre.” Niemals war diese Empfehlung aktueller als jetzt. Vielleicht kommt der Erlöser ja noch rechtzeitig…
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