Slupetzky saß an seiner alten Schreibmaschine und blickte durch sein Dachfenster in den weiß-blauen Winterhimmel. Vor Kurzem war er aus Bayern zurückgekehrt, wo er seinen Freund, den Wortheiler, besucht hatte. Er hatte dem Wortheiler von seinem Blog “Vienna Calling” erzählt und ihn eingeladen, dort in der Such-Funktion irgendein beliebiges Wort einzugeben.
Als er nach Wien zurückkam, rief er seinen Freund an, um sich für den schönen Besuch zu bedanken. Da erzählte ihm der Wortheiler, dass er die Such-Funktion verwendet hatte und bei seiner ersten Eingabe auf kein Ergebnis gestoßen war. Slupetzky war beschämt. So bat er den Wortheiler, einen Text mit diesem Wort als Titel zu verfassen. Nun hatte der Wortheiler diese Lücke geschlossen. Danke, mein Freund!
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Vergebung
Die wohl einzige Methode, um Gott und Luzifer zu versöhnen, kann wohl nur durch die Vergebung geschehen und ist wohl die wirkliche Aufgabe der Menschheit, der größte Teilzweck, zu dem wir geschaffen wurden. „Sie wussten nicht, was sie tun,” kann auf Menschen angewendet werden, welche für Gräueltaten in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verantwortlich sind; verblendet durch Hass, Gier und den nicht förderlichen Trieben der menschlichen Natur in unreflektierter Weise.
Dennoch vergebe ich der gesamten Menschheit in diesem Moment, möget ihr es annehmen können und Vergebung für eure Irrtümer erfahren. Keine Namen will ich nennen, heute soll niemand beschuldigt werden, sondern spürbare Vergebung erfahren. Allen doch zuerst einmalig, aber so oft wie nötig.
Dies soll jedoch kein Freifahrtschein sein für zukünftige Missetaten, welche wohl der menschlichen Natur abzusehen sind. Es soll mithilfe dieses Textes ein Moment des Innehaltens geschaffen werden, welcher zuallererst die Möglichkeit des in Betracht ziehen Könnens, jedes Menschen der dies für sein Seelenheil will, die Chance, sich selbst zu vergeben.
So wähle deinen Namen und sprich dazu, ich vergebe mir selbst, das, was ihr euch selbst vergeben wollt, als Anhang. Als Beispiel will ich anführen, was ich mir vergeben will: Dass ich so hart zu mir selbst war, dass ich die nötige Fürsorge für mich selbst nicht leisten wollte, mich habe korrumpieren lassen und meinen Prinzipien untreu war, diese immer wieder übergangen habe und zu wenig Mitgefühl mir gegenüber walten ließ.
Bei sich anfangen ist essentiell, um anderen vergeben zu können, denn wie will ich anderen vergeben, wenn ich an mir selbst schon scheitere. Nun bin ich bereit den Menschen zu vergeben, welche andere ausnutzen, ausbeuten, belügen und ihnen Leid in welcher Form auch immer zufügen, zu verzeihen, denn ich weiß, sie wussten es nicht besser zu handhaben.
Wir lernen durch Imitation, wir schauen Filme der Gewalt und hegen dadurch sogar teilweise Bewunderung für diese Übeltäter, eifern ihnen nach, wollen der stärkste und härteste Rowdy auf dem Schulhof sein. Ich mache mich verwundbar und verletzlich, denn alles andere ist nur der Versuch, Unsicherheiten zu kaschieren. Wir werden zum Täter, um ja nicht das Opfer zu sein, gehen also zumeist mehr die Ellbogen als die Füße nutzend durchs Leben; schlagen um uns, um nur nicht getroffen zu werden.
Wozu wird das wohl langfristig führen? Wenn die Menschenwürde und Rechte des jeweils anderen übergangen werden, kann dies nur zum Untergang der Menschheit führen. Wollen wir das wirklich, die Welt zertrümmern und brennend sehen? Wer dies bejaht, hat schon aufgegeben in diesem Leben, doch ich will euch nicht aufgeben, sondern an euch glauben, dass ihr zurück zum Licht finden mögt.
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