Einst ging ein verzweifelter Samurai in den Wald, um dort zu sterben. Als er so vor sich hintrabte, begegnete er einem kleinen Spatz, der vor ihm auf seinem Rücken auf dem Boden lag. “Aus dem Weg, du Winzevogel!” rief der Krieger. “Tut mir leid, edler Samurai”, antwortete der Vogel, “aber du musst mir ausweichen. Ich kann mich hier nicht wegrühren.” “Bist du verletzt?” fragte der Samurai. “Nein”, sagte der Spatz, “mir geht’s ganz gut.” “Bist du müde?” fragte der Krieger. “Nicht im geringsten”, stellte der Vogel fest, “ich habe gut geruht. Ich bin schon den ganzen Morgen hier.”
Der Reiter stieg von seinem Pferd ab und betrachtete den Vogel. Er konnte sich nicht vorstellen, was der kleine Spatz vorhatte, wie er so da lag, auf dem Rücken, die Füßchen in den Himmel gestreckt. “Dann sag mir, was machst du hier?” fragte schließlich der Samurai. “Nichts Besonderes”, sagte der Vogel, “ich habe gehört, dass heute der Himmel zur Erde stürzt, und ich habe vor, ihn aufzufangen.”
Als er das hörte, warf der Samurai seinen Kopf zurück und brüllte vor Lachen: “Du willst den Himmel auffangen, kleiner Vogel? Und du glaubst, dass du mit deinen dürren Füßchen das Gewicht des Himmels tragen kannst?” Darauf antwortete der kleine Spatz: “Man tut, was man kann.”
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(Aus: Bruno M. Schleeger: Und wo ist das Problem? Zen-Buddhismus und Gestalttherapie)
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„Lieber Gott, was machst Du gegen all das Leid in dieser Welt?”
„Ich habe DICH dagegen gemacht.”
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