Die heilige Nacht

Die Heilige Nacht

Es war Weihnachten, früh am Heiligen Abend. Das Christkind hatte sich auf den Weg gemacht, um vom Himmel auf die Erde zu kommen. Unten auf der Erde begann gerade die Zeit der Bescherung. Das Licht auf den Christbäumen wurde entzündet, die kleinen Glöckchen begannen zu läuten und die Türen zu den festlichen Räumen öffneten sich. Die Kinder auf der Erde kamen aus ihren Zimmern und traten durch die Türen in die prachtvoll geschmückten Wohnzimmer.

In aller Schönheit lagen ihre Geschenke verpackt unter den Christbäumen. Auf diesen brannten helle Kerzen, ganz oben auf den Baumspitzen leuchteten Weihnachtssterne. Die Musik setzte ein und die Familien begannen zu singen, meist war es das Lied der Stillen und Heiligen Nacht. Kurz darauf, nachdem die Musik verklungen war, begannen die Kinder mit leuchtenden Augen die vorbereiteten Geschenke zu öffnen. Danach setzte man sich an den Tisch, um das reichlich zubereitete Festmahl zu genießen.

Als sich das Christkind der Erde näherte, entdeckte es ein kleines Kind, das in seinem schwach erleuchteten Zimmer saß. Es hatte sein schönstes Gewand angezogen und wartete. „Worauf wartest Du?” fragte das Christkind das kleine Kind, als es durch das Fenster geflogen war und plötzlich im Zimmer stand. „Wer bist denn Du?” fragte das kleine Kind überrascht. „Ich bin Dein neuer Freund”, antwortete das Christkind. „Ich habe keine Freunde”, sagte das kleine Kind traurig. „Warum nicht?” wollte das Christkind wissen. „Weißt Du”, meinte das kleine Kind, „ich bin arm. Ich habe keine Eltern mehr. Alle anderen feiern heute mit ihren Familien, aber ich habe keine Familie.” „Komm’ mit”, schlug das Christkind vor, „lass uns gemeinsam durch die Nacht fliegen.”

Das Christkind nahm das kleine Kind bei der Hand und flog mit ihm durch die Nacht. Unter ihnen sahen sie die festlich geschmückten Häuser und Wohnungen überall auf der Erde. Als die Mitternacht gekommen war, entdeckten sie ein kleines Häuschen, in dem ein schwaches Feuer brannte. Ein Mann saß auf dem Boden und seine Frau lag in seinen Armen. In derselben Gegend lagerten ein paar ärmlich gekleidete Menschen und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie und sie fürchteten sich sehr.

Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Ehre sei Gott in der Höhe / und Friede auf Erden / den Menschen seiner Gnade.

Und es geschah, als die Engel von ihnen in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Lasst uns nach Betlehem gehen, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr kundgetan hat! So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie von dem Wort, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde. Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.

„Stille Nacht”

Frohe Weihnachten! 🎄

peterwurm.wordpress.com

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